Brennnesseln, Indigo und Läusepanzer | 31.08.2017

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Am ersten Ferienwochenende lud Frau Quasem die Eltern ein, die Wolle für den Handarbeitsunterricht des kommenden Schuljahres mit natürlichen Farben zu färben

Was haben Birkenblätter, Brennesseln, Läusepanzer, Wurzelstückchen (Krapp) und Curcumapulver, Indigopulver, Pottasche und Ammoniak gemeinsam? Und was haben sie obendrein mit unserer Schule zu tun?!

Die Fäden liefen zusammen am ersten Ferienwochenende der Sommerferien, und es war die Handarbeitslehrerin Mariam Quasem, die jene buchstäblich zusammenhielt. Über 10 kg naturweiße Wolle standen bereit, genug also für über 100 Knäuel. Auch ein Sammelsurium mehrerer großer Einkochtöpfe, Wasserkocher, eine Wäscheschleuder sowie unzählige Schüsseln, Siebe, Kochlöffel und anderes mehr hatte Frau Quasem zusammengetragen. Über mehrere Tage hat sie Wolle mit Beize vorbehandelt, Färbemittel vorbereitet und eingeweicht, organisiert und vieles bedacht. Sogar für ein kleines, liebevoll angerichtetes Buffet für das leibliche Wohl war gesorgt.

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Zusammen mit dem sachkundigen Färbekonzept und ihrer Begeisterung ergab dies beste Voraussetzungen für ein produktives und fröhliches Miteinander, dessen Ergebnis zahlreiche Stränge Wolle in 25 Farbtönen sich sehen lassen kann. Am ersten Tag standen gelbe und rote Färbungen im Vordergrund; am Samstag kam die Küpenfärbung mit Indigo hinzu. Und die wohl beruhigendste Erkenntnis des Wochendendes war: Es wurde keiner Cochenille-Laus zur Gewinnung des fast purpurroten Farbstoffes ein Haar gekrümmt – die Läuse werfen ihren Panzer von selbst ab. Wir danken Frau Quasem für diese – im wahrsten Sinne – wunderschöne Erfahrung und für ihr Engagement! Den Schülerinnen und Schülern wünschen wir im kommenden Schuljahr ebenso große Freude beim Verarbeiten, wie wir sie beim Färben hatten!

Katharina Becker