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Die Emil Molt Schule unterstützt
verschiedene Waldorfschulen in Russland!



So wurde die Hälfte der Einnahmen des letzten Martinsmarktes an der Emil Molt Schule an verschiedene waldorfpädagogische Einrichtungen in Russland gespendet.

Ein Kurzbericht aus Russland von Heinz Schupelius,
Lehrer an der Emil Molt Schule:

Nach meiner Tätigkeit am Lehrerseminar in Moskau, sowie an der Waldorfschule in Rjasan besuchte ich für 3 Tage die Patenschule der R.S.S. in Vladimir . Ich konnte ein intensiv arbeitendes Kollegium und viele fähige Schülerinnen und Schüler dort erleben.

In der zwanzigköpfigen 8.Klasse gab ich drei Hauptunterrichte zur Elektrizitätslehre. Elf Kollegen nahmen stetig daran teil. Täglich hatten wir etwa für drei Stunden eine pädagogische Konferenz über Zeitfragen und Entwicklungsprozesse im Kindes- und Jugendalter. Daneben fand ein Elternabend mit dem Thema: "Die Schädlichkeit verfrühter Lerninhalte im Erziehungswesen" statt.

Das Spiel der 11. Abschlussklasse zeigte, dass die Jugendlichen von gleichen modernen Schicksalsfragen bewegt werden wie unsere. Die Lebensumstände der Mitarbeiter sind sehr schwer, für uns kaum nachvollziehbar. Eine Kollegin sagte, dass sie nur existieren können, wenn der Ehepartner ebenfalls verdient, bzw. wenn sie noch die Wohnung der Eltern benutzen. 50 Euro beträgt das Monatsgehalt. Eine Ein-Zimmerwohnung verlangt im selben Zeitraum 30 Euro. Alle scheinen mir Lebenskünstler zu sein.

Einige physikalische Geräte im Werte von 500 Euro brachte ich als Spende der Firma Cornelsen mit. Der Leiter dieser Firma, Herr Gambke, ist ehemaliger Schüler der Rudolf Steiner Schule in Berlin, Dahlem. Eine Physiksammlung existierte nicht. Vom Martinsmarkt der Emil Molt Schule, die eigentlich die Patenschaft in Rjasan pflegt, konnte ich für alle Lehrer ein Handgeld in Höhe eines Monatsgeldes abzweigen.

Die hoffnungserfüllte Zeit der Perestroika ist vorüber; Sie ist abgelöst durch eine starke Resignation. Teuerungsraten von 30%, Restriktion seitens der Behörden wirken bedrückend. Ich mache mir Sorgen, wie diese Waldorfschul-Keime ohne westliche Unterstützung weitermachen können. Neben der finanziellen Hilfe ist man dort besonders dankbar für eine Zusammenarbeit auf geisteswissenschaftlicher- pädagogischer Ebene.

Erfahrungen der letzten sechs Jahre ließen mich erkennen, dass die Inhalte der Waldorfpädagogik im tiefen Sinne der russischen Seele entsprechen. Gibt es doch, wie man mir an der Universität in Moskau von einer Doktorandin sagte, im russischen Kulturbereich - besonders aus dem 19. Jahrhundert - manche ähnliche pädagogische Ansätze, die jedoch durch die Sowjetzeit verschüttet wurden.

Heinz Schupelius, Lehrer an der Emil Molt Schule

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