Museumspädagogik

 

Durch die Öffnung des Unterrichts nach außen in der Zusammenarbeit mit ausgewählten Berliner Museen soll eine nachhaltige und über den regulären Unterricht hinausgehende kulturelle Bildung geschaffen werden. Dabei sollen die Schüler nicht nur neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, sondern auch die Organisation einer Ausstellung und die Gestaltung einer Vernissage kennenlernen. So arbeiten sie nicht nur aktiv bei der Vorbereitung der Präsentation ihrer Werke, sondern gestalten auch den musikalischen Rahmen bei den Vernissagen und erläutern dem Publikum ihre Intentionen.

 

Die Klassen 5 bis 10 stellen Holzarbeiten aus.

Ausstellung zum Tag des offenen Denkmals mit der Emil Molt Schule
Ausstellungszeitraum 26.08. bis 16.09.2012, Di-Fr 15-18h, So 15-18h

„Hommage à Käthe Kollwitz“

Hommage an Käthe KollwitzDie museumspädagogische Partnerschaft zwischen dem Kollwitz- Museum und der Emil Molt Schule wurde durch die Kulturprojekte Berlin vermittelt und begann 2008 mit der Arbeit an einer „Hommage à Käthe Kollwitz“. In dieser Ausstellung setzten sich die Schüler der 12. Klasse mit dem Werk der Kollwitz auseinander, indem sie Themen und bildnerische Gestaltung der Kollwitz Bilder variierten: Sie setzen sie in Fotografien, Collagen, Zeichnungen und Monotypien um, sie schrieben Gedichte zu den verschiedenen Motiven, sie arbeiteten Details bildhauerisch nach und gestalteten damit im Januar 2009 die Ausstellungseröffnung zur Langen Nacht der Museen im Käthe Kollwitz Museum.

 

Die Schauspielerin Brigitte Grothum las aus den Tagebüchern der Künstlerin, es wurde musiziert und mit den Besuchern über die ausgestellten Arbeiten gesprochen.

 

 

Die Leiterin des Museums, Frau Dr. Fritsch, schrieb damals: „In der Gestaltung der Langen Nacht der Museen am 31. Januar 2009 kulminierte das Käthe-Kollwitz-Projekt, mit dem die 12. Klasse der Emil Molt Schule ihre sorgfältige und gründliche Auseinandersetzung mit der Kunst von Käthe Kollwitz durch eine eindrucksvolle Ausstellung dokumentierte.“

 

 

 

„Die Weber“

Es folgte ein Theaterprojekt der 11. Klasse der Emil Molt Akademie (Fachoberschule), die im Unterrichtsfach Darstellendes Spiel das Stück „Die Weber“ von Gerhard Hauptmann einstudierte und Szenen davon unter anderem im Kuppelsaal des Museums zu Aufführung brachte.

 

„Fukushima – Schüler sehen die Katastrophe mit den Augen der Kollwitz“

Nach dem Reaktorunfall in Fukushima schlug Frau Dr. Fritsch ein neues Projekt vor: „Fukushima – Schüler sehen die Katastrophe mit den Augen der Kollwitz“. Seit August 2011 haben 18 Schüler der 12. Klasse der Emil Molt Schule im Rahmen zweier Projektunterrichte – Malerei und Grafik sowie Textildesign – an dieser aktuellen Ausstellung gearbeitet, die nun eröffnet wurde und sechs Wochen gezeigt werden wird: Die Schüler hatten durch vorangegangene Projekte bereits Erfahrungen mit verschiedenen künstlerischen Techniken und waren neugierig auf mögliche Erweiterungen durch Fotografie, Textildesign, Collage, Druck etc. So zeigt die neue Ausstellung einerseits Grafiken, Gedichte und Textilien, die aus der Beschäftigung mit dem Thema „Fukushima“ resultieren, aber andererseits auch problembezogene Entwicklungen individueller Konzepte, die die Motive der Künstlerin Käthe Kollwitz auf bildnerisch neuartige Weise aufgreifen und darstellen. Die Schüler übten sich in Zen- Kalligrafie und erarbeiteten sich die Schnitttechniken traditioneller japanischer Textilkunst (Haori und Kimono). Sie zeichneten im Museum und erhielten von der Museumsleitung eine auf ihr Projekt abgestimmte Führung. Sie besuchten eine Textilwerkstatt und beschäftigten sich mit Textildruckverfahren. Sie lernten die japanischen Gedichtform des Haiku kennen und fassten den Inhalt ihrer Bilder in eigene Worte. Ungewöhnlich war die Beschäftigung mit den japanischen Holzschnittkünstlern Hokusai und Hiroshige, deren Motive mit der Darstellung des menschlichen Leids in den Werken von Käthe Kollwitz verbunden wurden, sodass durch diese Synthese ein künstlerischer Ausdruck für die entsetzliche Reaktorkatastrophe von Fukushima gefunden werden konnte. Die Schüler sollten dabei bekannte und schon geübte Bildlösungen suchen, die problembezogene Entwicklung eines eigenen Konzeptes erarbeiten und die Themen der Künstlerin Käthe Kollwitz in neuen bildnerischen Zusammenhängen mit Bezug auf die japanische Kultur aufgreifen und darstellen. Jeder Schüler dokumentierte die eigenen Arbeit in Form eines Portfolios.