Das Rote Haus

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Die 10. Klasse auf Segeltour

Die 10. Klasse auf Segeltour

Am Tag der offenen Tür

Am Tag der offenen Tür

Aus dem Schulleben

Informationswochenende für Bewerber-Eltern und Interessierte

Festsaal der Emil Molt Schule · Eingang Adolfstr. 15 · 14165 · Berlin

Die Einführung in die Schulzeit an der Waldorfschule mit Vorträgen und künstlerischen praktischen Kursen findet statt am:

 Freitag, den 15. Januar 2027,  nachmittags
Samstag, den 16. Januar 2027,  ganztägig

in Form eines Wochenendseminars. Das ausführliche Programm folgt an dieser Stelle.

Interessierte Eltern sind herzlich willkommen!

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Schulbüro
Philine Sermez unter info [at] emil-molt-schule.de

Martinsmarkt der Emil Molt Schule

Emil Molt Schule · Adolfstr. 15 · 14165 · Berlin

Liebe Interessierte,

wir freuen uns sehr, Sie am Samstag, den 14.11.2026 von 11 bis 17 Uhr wieder an unserer Schule begrüßen zu dürfen, wenn sich Türen, Tore und Säle zum alljährlichen Martinsmarkt öffnen. Es erwarten Sie sehr individuelle kunstvolle und kulinarische Marktstände, und Mitmachaktionen für Klein und Groß. Um 11.00 Uhr beginnen wir unser Fest mit einer Eröffnungsfeier im Festsaal der Schule.

Der Eingang befindet sich in der Adolfstr. 15.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Die Schulgemeinschaft der Emil Molt Schule

 

Weitere Informationen zum Martinsmarkt (Händleranfragen) finden Sie hier

Robin Hood – Klassenspiel der 7. Klasse

Festsaal der Emil Molt Schule · Adolfstr. 15 · 14165 · Berlin

Liebe interessierte Gäste,

die siebte Klasse zeigt das englischsprachige Theaterstück „Robin Hood“: Robin Hood, ein Outlaw, der von den Reichen nimmt und den Armen gibt, auf der Suche nach Gerechtigkeit und Freiheit.

Gespielt wird am Mittwoch, den 14.10.2026 und Donnerstag, den 15.10.2026 jeweils um 19.00 Uhr.

Das Stück dauert 60 Minuten und ist geeignet für Kinder ab Klasse 1.
Der Eintritt ist frei.

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

Gastkonzert: Freies Sinfonieorchester Berlin

Festsaal der Emil Molt Schule · Adolfstr. 15 · 14165 · Berlin

Liebe Musikinteressierte,

wir freuen uns sehr, am Sonntag, den 27.09.2026 um 17.00 Uhr an unserer Schule das Freie Sinfonieorchester Berlin begrüßen zu dürfen.

Seien Sie alle herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

Tag der offenen Tür

Emil Molt Schule · Adolfstr. 15 · 14165 · Berlin

Am Tag der offenen Tür am Samstag, den 19.09.2026, gibt es Gelegenheit, die Schule in ihren vielen Facetten im ganz persönlichen Kontakt kennen zu lernen und zu erleben:

• Schüler*innen verschiedener Klassenstufen zeigen Vorführungen aus dem Unterricht.

• Die Frage „Was ist Waldorfpädagogik?“ wird in Gesprächskreisen mit Lehrer*innen bewegt.

• Schüler*innen der Oberstufe führen durch die Schule.

• An Infoständen speziell zu Fragen für Quereinsteiger, Anmeldungen für Schulanfänger*innen aber auch zu allen Fachbereichen, Hort und Kindergarten und zum Bereich für Entwicklungsförderung kann man ins Gespräch kommen.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Das Programm finden Sie hier.

Beitrag vom · EMS-Wiki

Molto Vitale – unser Schulzirkus

Was macht eine Schule, wenn sie möchte, dass Kinder lernen, mutig zu sein — und zwar vor Publikum? Sie baut einen Zirkus. Molto Vitale ist der Schulzirkus der Emil Molt Schule: Ab der fünften Klasse erlernen Schüler*innen Akrobatik, Jonglage, Gleichgewicht und Clownerie — klassenübergreifend, gemeinsam mit Jüngeren und Älteren, und getragen von Trainer*innen, von denen viele selbst einst als Kinder im Zirkus der Schule standen. Dieser Artikel erklärt, wie Molto Vitale aufgebaut ist, was das klassenübergreifende Training besonders macht — und warum die eigene Zirkusaufführung jedes Jahr zu einem der prägendsten Erlebnisse im Schulleben wird.

Was ist Molto Vitale?

Molto Vitale ist der Schulzirkus der Emil Molt Schule und seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Schullebens. Ab der fünften Klasse können Schüler*innen in verschiedene Zirkusdisziplinen einsteigen: Akrobatik, Jonglage, Gleichgewichtskünste und Clownerie. Trainiert wird über das Schuljahr hinweg regelmäßig — mit einem klaren Ziel vor Augen: der großen Aufführung. Einmal im Jahr, während der Zirkuswoche, zeigen die Schüler*innen an mehreren Abenden vor Eltern, Geschwistern, Freund*innen und der gesamten Schulgemeinschaft, was sie erarbeitet haben. Was dabei entsteht, ist pädagogisch kaum zu überschätzen: Kinder überwinden Angst, trainieren Ausdauer, vertrauen einander buchstäblich, wenn eine Person die andere hochhebt oder auffängt — und erleben, was Bühnenpräsenz bedeutet. Der Name Molto Vitale — italienisch für „sehr lebendig“ — beschreibt genau das, was das Projekt ausmacht: Energie, Präsenz und die Bereitschaft, sich vor Publikum zu zeigen. Nicht als Wettbewerb, sondern als gemeinsame Leistung einer Gruppe, die über Wochen und Monate zusammengewachsen ist.
„Molto Vitale ist kein Kurs. Es ist eine jährliche Lehrstunde in Mut.“

Klassenübergreifend trainieren — der Aufbau von Molto Vitale

Was Molto Vitale von den meisten anderen Fächern und Angeboten der Schule unterscheidet, ist seine Struktur: Statt nach Klassenstufe trainieren die Kinder nach Disziplin — und damit klassenübergreifend, gemeinsam mit Kindern anderer Jahrgänge.

Ab Klasse 5: Der Einstieg in die Disziplinen

Ab der fünften Klasse können Schüler*innen bei Molto Vitale einsteigen und sich für eine oder mehrere Disziplinen entscheiden. Der Einstieg erfolgt behutsam: Grundlagen in Körperspannung, Vertrauen und Bewegung stehen zunächst im Vordergrund, bevor komplexere Elemente hinzukommen.

Klassenübergreifendes Training

Anders als im regulären Unterricht trainieren bei Molto Vitale Kinder verschiedener Klassenstufen gemeinsam in denselben Gruppen — nach Disziplin sortiert, nicht nach Jahrgang. Jüngere Schüler*innen lernen dabei direkt von älteren, die ihr Können bereits über mehrere Jahre aufgebaut haben. Ältere Schüler*innen wiederum übernehmen Verantwortung, erklären, unterstützen und werden so nebenbei zu kleinen Mentor*innen innerhalb der Trainingsgruppe. Diese Durchmischung schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das über die eigene Klasse hinausreicht — eine Erfahrung, die im übrigen Schulalltag selten in dieser Form möglich ist.

Die Disziplinen

Molto Vitale umfasst mehrere Zirkusdisziplinen: Akrobatik, bei der Körperbeherrschung, Kraft und gegenseitiges Vertrauen im Mittelpunkt stehen; Jonglage, die Konzentration und Koordination schult; Gleichgewichtskünste, etwa auf Einrad oder Balancierelementen; sowie Clownerie, die komödiantisches Timing, Ausdruck und Mut zur Selbstironie vor Publikum verlangt.

Die Zirkuswoche und die Aufführung

Höhepunkt jedes Jahres ist die Zirkuswoche im Juni: An mehreren Abenden zeigen die Trainingsgruppen ihr Können in einer gemeinsamen, choreografierten Aufführung vor der gesamten Schulgemeinschaft. Für viele Kinder ist dieser Moment auf der Bühne — nach Monaten des Übens — einer der prägendsten Momente ihrer gesamten Schulzeit.

Auf einen Blick: Molto Vitale

Beginn Ab Klasse 5
Struktur Klassenübergreifendes Training nach Disziplin statt nach Jahrgang
Disziplinen Akrobatik, Jonglage, Gleichgewichtskünste, Clownerie
Höhepunkt Zirkuswoche im Juni mit mehreren öffentlichen Aufführungsabenden
Trainer*innen Fachlich ausgebildete Trainer*innen, darunter viele ehemalige Molto-Vitale-Schüler*innen
Publikum Eltern, Geschwister, Schulgemeinschaft und Gäste
Ziel Mut, Vertrauen, Ausdauer und Bühnenpräsenz — klassenübergreifend erlebt

Warum Molto Vitale? — Die pädagogische Begründung

Zirkuskünste verlangen etwas, das im regulären Unterricht selten in dieser Intensität gefordert wird: sich vor Publikum zu zeigen, körperlich Verantwortung für andere zu übernehmen und mit dem eigenen Mut sichtbar zu wachsen. Wer eine*n Partner*in in der Akrobatik trägt oder auffängt, übt echtes, buchstäbliches Vertrauen — kein abstraktes Konzept, sondern eine körperlich erlebte Erfahrung. Die klassenübergreifende Struktur verstärkt diesen Effekt zusätzlich: Kinder erleben sich als Teil einer größeren Gemeinschaft, die über die eigene Klasse hinausreicht. Ältere übernehmen Verantwortung für Jüngere, Jüngere erleben, wie sich Können über Jahre aufbaut — eine soziale Erfahrung, die dem Prinzip der langjährigen Klassenlehrer*innen-Begleitung in gewisser Weise ähnelt, nur auf Ebene der Schülerschaft selbst.
Was klassenübergreifendes Zirkustraining ermöglicht Was reiner Klassenunterricht nicht leisten kann
Kinder verschiedener Jahrgänge lernen und wachsen gemeinsam in derselben Trainingsgruppe. Der reguläre Unterricht organisiert sich fast ausschließlich innerhalb der eigenen Klassenstufe.
Ältere Schüler*innen übernehmen aktiv Verantwortung für Jüngere und werden zu Vorbildern. Verantwortung für jüngere Mitschüler*innen ist im Schulalltag selten strukturell vorgesehen.
Körperliches Vertrauen und Mut vor echtem Publikum werden unmittelbar erlebt, nicht nur besprochen. Bühnenerfahrung und das bewusste Überwinden von Angst kommen im kognitiven Unterricht selten vor.
Zirkuspädagogik verbindet körperliche Sicherheit mit pädagogischem Anspruch — beides ist bei Disziplinen wie Akrobatik oder Gleichgewichtskünsten nicht verhandelbar. Molto Vitale wird deshalb von fachlich ausgebildeten Trainer*innen begleitet, die sowohl die zirzensischen Techniken als auch die sichere, altersgerechte Anleitung der Kinder beherrschen. Diese Kombination aus Können und pädagogischer Verantwortung trägt das gesamte Projekt.

Wer trainiert bei Molto Vitale?

Eine Besonderheit von Molto Vitale liegt in der Herkunft vieler seiner Trainer*innen: Ein großer Teil von ihnen war selbst einmal Kind im Schulzirkus der Emil Molt Schule. Sie haben Molto Vitale als Schüler*innen miterlebt, sind über die Jahre in den Disziplinen gewachsen — und kehren später zurück, um ihr Können an die nächste Generation weiterzugeben. Diese Kontinuität ist mehr als eine schöne Geschichte: Sie sorgt dafür, dass Molto Vitale über die Jahre eine eigene, gewachsene Trainingskultur entwickelt hat, die von innen heraus weitergetragen wird. Gleichzeitig sind diese ehemaligen Zirkuskinder für die heutigen Schüler*innen greifbare Vorbilder — sichtbarer Beweis dafür, wie weit man es in den Disziplinen bringen kann, wenn man dranbleibt. Ergänzt wird dieses Trainer*innen-Team um Fachkräfte mit spezifischer zirzensischer und pädagogischer Ausbildung, die neue Impulse und zusätzliche Sicherheit einbringen.

Häufige Fragen zu Molto Vitale

Ab welchem Alter können Kinder bei Molto Vitale mitmachen?

Der Einstieg ist ab der fünften Klasse möglich. Ab diesem Alter bringen Kinder in der Regel die körperliche Voraussetzung und Konzentrationsfähigkeit mit, um mit den Grundlagen der jeweiligen Disziplin zu beginnen.

Was bedeutet „klassenübergreifend“ konkret — trainieren Fünft- und Neuntklässler*innen wirklich zusammen?

Ja, genau das ist die Besonderheit: Die Trainingsgruppen setzen sich nach Disziplin zusammen, nicht nach Jahrgangsstufe. Ein Kind aus der fünften Klasse kann also gemeinsam mit deutlich älteren Schüler*innen in derselben Akrobatik- oder Jonglagegruppe trainieren — mit allen Vorteilen, die aus dem Miteinander verschiedener Altersstufen entstehen.

Ist Zirkustraining nicht gefährlich, gerade in der Akrobatik?

Sicherheit hat bei Molto Vitale höchste Priorität. Alle Disziplinen werden von fachlich ausgebildeten Trainer*innen angeleitet, die sowohl die Technik als auch die sichere, altersgerechte Vermittlung beherrschen. Elemente werden schrittweise aufgebaut, und anspruchsvollere akrobatische Figuren erfolgen erst, wenn die notwendigen Grundlagen sicher sitzen.

Muss man akrobatisch besonders begabt sein, um mitzumachen?

Nein. Molto Vitale steht allen interessierten Kindern offen, unabhängig von Vorerfahrung. Die verschiedenen Disziplinen bieten zudem unterschiedliche Zugänge — von körperlich anspruchsvoller Akrobatik bis zu Jonglage oder Clownerie, die andere Stärken in den Vordergrund stellen. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf den gemeinsamen Übungsprozess einzulassen.

Was hat es mit den ehemaligen Zirkuskindern als Trainer*innen auf sich?

Viele der heutigen Trainer*innen bei Molto Vitale waren selbst als Schüler*innen der Emil Molt Schule im Schulzirkus aktiv. Sie kehren nach ihrer eigenen Schulzeit zurück, um ihr über Jahre erworbenes Können weiterzugeben. Für die heutigen Kinder sind sie damit nicht nur Trainer*innen, sondern lebendige Vorbilder, die selbst einmal in derselben Trainingsgruppe standen.

Wo und wann finden die Aufführungen statt?

Die große Aufführung findet jährlich während der Zirkuswoche statt, an mehreren Abenden vor der Schulgemeinschaft, Eltern und Gästen. Die genauen Termine und Einladungen werden rechtzeitig über die schulischen Kommunikationskanäle bekanntgegeben.

Eine jährliche Lehrstunde in Mut

Molto Vitale ist kein zusätzliches Freizeitangebot am Rand des Schullebens, sondern ein pädagogisch tief verankertes Projekt: klassenübergreifend, generationsübergreifend und getragen von Menschen, die selbst einmal auf derselben Bühne standen. Was dabei entsteht, geht weit über Zirkuskünste hinaus — es ist eine jährlich erneuerte Erfahrung von Mut, Vertrauen und Gemeinschaft.
Beitrag vom · EMS-Wiki

Unser Schulgarten

Was ist Photosynthese? Man kann es erklären. Man kann es auch einfach zeigen. Im Schulgarten der Emil Molt Schule wird Biologie nicht nur gelernt, sondern erlebt: Kinder säen, pflegen, beobachten und ernten — und erfahren dabei Naturzusammenhänge, die kein Lehrbuch in dieser Unmittelbarkeit vermitteln kann. Dieser Artikel erklärt, wie die Arbeit im Schulgarten aufgebaut ist, wie sie mit dem naturkundlichen Unterricht zusammenhängt — und warum eigene Hände im Boden manchmal mehr lehren als jede Beschreibung.

Was bedeutet der Schulgarten als Lernort?

Der Schulgarten der Emil Molt Schule ist kein hübsches Beiwerk zum Schulgelände, sondern ein eigenständiger Lernort. Hier übernehmen die Kinder über das Schuljahr hinweg Verantwortung für etwas Lebendiges: Beete werden vorbereitet, Samen gesät, Pflanzen gepflegt, Unkraut entfernt, und am Ende der Saison wird geerntet. Jeder dieser Schritte dauert Wochen oder Monate — und lässt sich nicht beschleunigen, egal wie gut die Vorbereitung war. Was im naturkundlichen Unterricht besprochen wird — Keimung, Wachstum, Bestäubung, der Kreislauf von Werden und Vergehen — wird im Schulgarten unmittelbar erfahrbar. Kinder sehen nicht nur ein Bild einer Pflanze, sie begleiten eine echte Pflanze von der Aussaat bis zur Ernte und erleben dabei Geduld, Rückschläge und die Freude über ein sichtbares Ergebnis. Der Schulgarten ist damit eine praktische Ergänzung zum Biologie- und Naturkundeunterricht — kein Ersatz für die theoretische Auseinandersetzung im Klassenzimmer, sondern ihr notwendiges Gegenstück in der Wirklichkeit.
„Was wächst, kann man nicht überspringen. Man kann es nur begleiten.“

Der Aufbau der Gartenarbeit im Überblick

Wie in allen Fächern der Waldorfpädagogik richtet sich auch die Arbeit im Schulgarten nach der Entwicklungsstufe der Kinder — von den ersten einfachen Naturerfahrungen bis zur eigenverantwortlichen Pflege eines Beetes über eine ganze Saison.

Erste Naturerfahrungen in der Unterstufe

Schon in den ersten Schuljahren machen Kinder erste Erfahrungen mit dem Garten: Sie beobachten, wie sich Jahreszeiten auf Pflanzen auswirken, helfen bei einfachen Pflegearbeiten und erleben den Garten als Teil des Schulalltags — noch ohne eigene, verantwortliche Beetpflege, aber mit wachem Interesse an dem, was dort geschieht.

Gartenbau als eigenes Fach in der Mittelstufe

Mit der Mittelstufe wird der Schulgarten zu einem eigenen, strukturierten Unterrichtsfach: Die Kinder übernehmen die Pflege eigener Beete, lernen den fachgerechten Umgang mit Gartengeräten und verantworten den gesamten Zyklus von der Bodenvorbereitung bis zur Ernte. Diese Verantwortung ist bewusst real — ein vernachlässigtes Beet zeigt sich unmittelbar in schwächerem Wachstum, nicht erst in einer Bewertung.

Verbindung zum naturkundlichen Unterricht

Die praktische Gartenarbeit ist eng mit dem naturkundlichen und biologischen Unterricht verzahnt: Was in der Botanik-Epoche über Pflanzenaufbau, Wachstum und Fortpflanzung besprochen wird, lässt sich im Garten unmittelbar beobachten. Fragen nach Boden, Nährstoffen, Bestäubung durch Insekten oder dem Zusammenspiel von Nützlingen und Schädlingen erhalten im Garten eine konkrete, erfahrbare Antwort.

Ernte und Jahreslauf

Die Ernte im Schulgarten ist eng mit dem Rhythmus des Schuljahres verbunden und findet ihren gemeinschaftlichen Höhepunkt häufig im Zusammenhang mit Erntedank im Herbst. Was über Monate gewachsen ist, wird sichtbar gewürdigt — ein unmittelbarer, sinnlicher Abschluss des gärtnerischen Jahres.

Auf einen Blick: Schulgarten

Beginn Erste Naturerfahrungen ab der Unterstufe, eigenständige Beetpflege ab der Mittelstufe
Tätigkeiten Bodenvorbereitung, Aussaat, Pflege, Beobachtung, Ernte
Verbindung zum Unterricht Botanik- und Naturkunde-Epochen, biologische Grundlagen
Jahreszeitlicher Bezug Aussaat im Frühjahr, Pflege im Sommer, Ernte im Herbst — verbunden mit Erntedank
Lehrkräfte Fachlehrer*innen für Gartenbau in Abstimmung mit dem naturkundlichen Fachunterricht
Lernprinzip Unmittelbare, sinnliche Naturerfahrung als Ergänzung zum theoretischen Unterricht

Warum der Schulgarten? — Die pädagogische Begründung

Biologisches Wissen aus dem Schulbuch bleibt oft abstrakt: Ein Diagramm zeigt den Kreislauf von Keimung, Wachstum und Fruchtbildung, doch die Zeit, die dieser Kreislauf tatsächlich braucht, lässt sich im Klassenzimmer nicht erfahren. Im Schulgarten dagegen erleben Kinder diesen Zeitverlauf unmittelbar — mit allen Unwägbarkeiten, die echtes Wachstum mit sich bringt: Wetter, Schädlinge, gelungene und misslungene Ernten. Gleichzeitig vermittelt die Gartenarbeit eine Erfahrung, die im zunehmend digitalisierten Alltag seltener wird: den unmittelbaren Bezug zur eigenen Nahrung und zu den natürlichen Kreisläufen, die dahinterstehen. Wer selbst gesät und gepflegt hat, versteht anders, was auf dem Teller landet.
Was direkte Naturerfahrung im Garten vermittelt Was reiner Biologieunterricht im Klassenzimmer nicht leisten kann
Wachstum wird über Wochen und Monate real miterlebt, nicht nur beschrieben. Ein Diagramm zeigt einen Zeitverlauf, ohne die tatsächlich benötigte Zeit erfahrbar zu machen.
Rückschläge — vertrocknete Beete, Schädlingsbefall — gehören zur Erfahrung und schulen Geduld und Umgang mit Misserfolg. Lehrbuchwissen bleibt meist frei von der Unvorhersehbarkeit echter biologischer Prozesse.
Der eigene Bezug zu Nahrungsmitteln und natürlichen Kreisläufen wird konkret erfahrbar. Abstraktes Wissen über Ökosysteme bleibt ohne eigene Praxis oft folgenlos für den Alltag.
Gartenarbeit mit Kindern verlangt mehr als grünen Daumen: Fachlehrer*innen für Gartenbau benötigen fundiertes gärtnerisches Wissen ebenso wie pädagogisches Geschick, um Beetarbeit altersgerecht zu vermitteln und mit dem naturkundlichen Unterricht sinnvoll zu verzahnen. Nur so wird aus praktischer Gartenarbeit tatsächlich vertieftes biologisches Verständnis — und nicht nur eine angenehme Abwechslung vom Klassenzimmer.

Wer betreut den Schulgarten?

Die praktische Gartenarbeit wird von Fachlehrer*innen für Gartenbau angeleitet, die über fundiertes gärtnerisches Fachwissen und pädagogische Ausbildung verfügen. Sie planen den Anbau über das Schuljahr, führen die Kinder in den fachgerechten Umgang mit Werkzeug und Boden ein und begleiten den gesamten Zyklus von der Aussaat bis zur Ernte. Für die inhaltliche Verzahnung mit dem naturkundlichen Unterricht stehen die Gartenbau-Fachlehrer*innen im engen Austausch mit den Klassenlehrer*innen und den Fachlehrer*innen für Biologie: So werden Beobachtungen aus dem Garten gezielt mit dem aufgegriffen, was in den entsprechenden Epochen behandelt wird. Mehr zur praktischen Bildung an der Emil Molt Schule findet sich im Wiki-Artikel zu Handwerk als Pflichtfach.

Häufige Fragen zum Schulgarten

Ab welcher Klasse arbeiten Kinder im Schulgarten?

Erste Naturerfahrungen im Garten machen die Kinder bereits in der Unterstufe. Eigenständige, strukturierte Beetpflege als eigenes Unterrichtsfach beginnt mit der Mittelstufe, wenn die Kinder in der Lage sind, über eine ganze Saison hinweg Verantwortung für ihr Beet zu übernehmen.

Ist der Schulgarten Teil des Biologieunterrichts oder ein eigenständiges Fach?

Der Schulgarten ist ein eigenständiges praktisches Fach, das inhaltlich eng mit dem naturkundlichen und biologischen Unterricht verzahnt ist. Beide Bereiche ergänzen sich: Theoretisches Wissen aus dem Unterricht findet im Garten seine praktische Entsprechung, und umgekehrt liefern die Beobachtungen im Garten Anschauungsmaterial für den Unterricht.

Was genau lernen Kinder im Schulgarten, das der Unterricht im Klassenzimmer nicht leisten kann?

Vor allem die reale Zeitdimension biologischer Prozesse: Wachstum lässt sich nicht beschleunigen, Rückschläge lassen sich nicht wegdiskutieren. Kinder erleben Geduld, Verantwortung und den unmittelbaren Zusammenhang zwischen eigenem Handeln und sichtbarem Ergebnis — Erfahrungen, die kein Lehrbuch vermitteln kann.

Wird im Schulgarten auch geerntet, und was passiert mit der Ernte?

Ja, die Ernte ist ein fester und für die Kinder besonders bedeutsamer Teil der Gartenarbeit. Sie findet ihren gemeinschaftlichen Höhepunkt häufig im Zusammenhang mit dem herbstlichen Erntedankfest, bei dem das Erwirtschaftete gewürdigt und gemeinsam genutzt wird.

Ist die Gartenarbeit für alle Kinder verpflichtend, unabhängig vom persönlichen Interesse?

Ja, wie andere praktische Fächer ist auch der Schulgarten fester Bestandteil des Lehrplans für alle Kinder in der entsprechenden Klassenstufe. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass auch Kinder, die zunächst wenig Interesse an Gartenarbeit mitbringen, häufig Freude an der sichtbaren Wirkung ihrer eigenen Arbeit entwickeln.

Wie hängt der Schulgarten mit Jahresfesten wie Erntedank zusammen?

Sehr eng: Der Schulgarten macht den Jahreslauf, den die Jahresfeste kulturell feiern, ganz praktisch erfahrbar. Was im Frühjahr gesät wurde, wird im Herbst geerntet — und diese Ernte fließt sinnfällig in das Erntedankfest ein, bei dem der Dank für das Gewachsene im Mittelpunkt steht.

Biologie, die man begreifen kann — im wörtlichen Sinn

Der Schulgarten ist an der Emil Molt Schule kein hübsches Extra, sondern ein Lernort mit eigenem pädagogischem Gewicht: Er macht Naturkunde und Biologie sinnlich erfahrbar und verbindet theoretisches Wissen mit echter Verantwortung für etwas Lebendiges. Was Kinder hier lernen, bleibt oft länger haften als jedes Schulbuchkapitel — weil sie es mit den eigenen Händen erarbeitet haben.
Wenn Sie mehr erfahren möchten — über das Schulkonzept, über offene Stellen oder über eine Anmeldung Ihres Kindes — freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Beitrag vom · EMS-Wiki

Lernen durch praktisches Erleben

Vier ganz unterschiedliche Wirklichkeiten: Auf dem Bauernhof, im Gelände mit Vermessungsinstrumenten, in einem Betrieb der eigenen Wahl und in einer sozialen Einrichtung — die Oberstufe der Emil Molt Schule verlässt regelmäßig das Klassenzimmer und schickt Schüler*innen für mehrere Wochen in reale Arbeits- und Lebenswelten. Dieser Artikel stellt die vier Praktika der Oberstufe vor — Landwirtschaftspraktikum, Feldmesspraktikum, Berufspraktikum und Sozialpraktikum —, erklärt ihre jeweilige Zielsetzung und zeigt, warum diese Abfolge praktischer Erfahrungen ein zentraler Baustein der Oberstufenzeit ist.

Was bedeuten die Praktika der Oberstufe?

Mit dem Übergang in die Oberstufe verändert sich der Anspruch an die Schüler*innen: Neben wachsenden fachlichen Anforderungen treten mehrwöchige Praktika, die jeweils einen anderen Bereich der Wirklichkeit erschließen — die Landwirtschaft, die angewandte Mathematik im Gelände, die Berufswelt und den sozialen Bereich. Jedes dieser Praktika findet außerhalb der Schule statt, meist mit Übernachtung oder täglicher Anwesenheit an einem festen Ort über mehrere Wochen. Gemeinsam ist allen vier Praktika, dass sie Schüler*innen aus der gewohnten schulischen Rolle herausführen: Sie sind nicht mehr in erster Linie Lernende im Klassenverband, sondern übernehmen reale Aufgaben, tragen Verantwortung und erleben unmittelbar, was ihr Handeln bewirkt — sei es bei der Ernte, bei der Vermessung eines Grundstücks, im Berufsalltag eines Unternehmens oder in der Begleitung eines pflegebedürftigen Menschen. Die vier Praktika sind über die Oberstufenjahre verteilt und bauen in ihrer Anforderung aufeinander auf: von der körperlichen, naturverbundenen Erfahrung der Landwirtschaft über die technisch-mathematische Anwendung im Feldmesspraktikum bis zur eigenverantwortlichen Berufserfahrung und der sozialen Verantwortung im Sozialpraktikum.
„Wer die Welt außerhalb der Schule erlebt, versteht die Schule selbst noch einmal neu.“

Die vier Praktika im Überblick

Landwirtschaftspraktikum

Beim LaWi-Praktikum leben und arbeiten die Schüler*innen für mehrere Wochen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb. Sie sind in den Tagesablauf des Hofes eingebunden, übernehmen praktische Aufgaben in Feld, Stall und Garten und erleben unmittelbar, wie Nahrungsmittel entstehen, wie eng landwirtschaftliche Arbeit mit dem Rhythmus der Jahreszeiten verbunden ist und was körperliche Arbeit über einen längeren Zeitraum bedeutet.

Feldmesspraktikum

Im Feldmesspraktikum wenden die Schüler*innen in Gruppen die im Mathematikunterricht erlernte Geometrie praktisch an: Mit entsprechenden Instrumenten vermessen sie ein reales Gelände und erstellen daraus einen exakten Plan. Was im Unterricht abstrakt blieb — Winkel, Dreiecksberechnung, Maßstab — wird hier unmittelbar erfahrbar, und die Gruppe trägt gemeinsam Verantwortung für ein präzises, überprüfbares Ergebnis.

Berufspraktikum

Beim Berufspraktikum wählen die Schüler*innen selbst einen Betrieb oder ein Berufsfeld, das sie interessiert, und verbringen dort mehrere Wochen im Arbeitsalltag eines Unternehmens oder einer Organisation. Sie erleben reale Arbeitsprozesse, Verantwortung und Anforderungen der Berufswelt — häufig ein erster konkreter Baustein der eigenen beruflichen Orientierung nach der Schulzeit.

Sozialpraktikum

Im Sozialpraktikum arbeiten die Schüler*innen für mehrere Wochen in einer sozialen Einrichtung — etwa in der Pflege, der Behindertenhilfe oder anderen Bereichen sozialer Arbeit. Sie übernehmen Aufgaben der Begleitung und Unterstützung und machen dabei Erfahrungen, die weit über fachliches Lernen hinausgehen: Empathie, Geduld und der bewusste Umgang mit Menschen in besonderen Lebenslagen.

Auf einen Blick: Die vier Praktika

Praktikum Schwerpunkt Ort Kernerfahrung
LaWi-Praktikum Landwirtschaft Bauernhof Naturzusammenhänge, körperliche Arbeit, Jahreszeitenrhythmus
Feldmesspraktikum Geometrie/Mathematik Freies Gelände Angewandte Mathematik, präzises Gruppenergebnis
Berufspraktikum Frei gewählter Beruf Betrieb nach Wahl Berufsalltag, Verantwortung, eigene Orientierung
Sozialpraktikum Soziale Arbeit Soziale Einrichtung Empathie, Begleitung, Umgang mit besonderen Lebenslagen

Warum diese vier Praktika? — Die pädagogische Begründung

Jedes der vier Praktika erschließt einen eigenen Wirklichkeitsbereich, den der schulische Alltag allein nicht abdecken kann: die Natur und ihre Zyklen, die angewandte Wissenschaft, die Arbeitswelt und die soziale Verantwortung füreinander. Zusammengenommen ergeben sie ein Bild der Welt, das weit über Unterrichtsstoff hinausreicht — und bereiten die Schüler*innen auf die Anforderungen eines selbstbestimmten Lebens nach der Schulzeit vor. Gerade weil die Praktika außerhalb der geschützten Schulumgebung stattfinden, entsteht eine andere Qualität von Lernen: Es gibt keine zweite Chance, wenn eine Kuh gemolken oder ein Grundstück vermessen werden muss — Verantwortung wird hier unmittelbar erfahrbar, nicht nur besprochen.
Was praktische Erfahrung in der realen Arbeitswelt schafft Was schulisches Lernen allein nicht vermitteln kann
Verantwortung wird unmittelbar erfahrbar — für ein Tier, ein Ergebnis, einen Menschen. Verantwortung bleibt im Schulalltag oft abstrakt oder auf die eigene Leistung begrenzt.
Schüler*innen erleben reale Arbeitsprozesse und deren Anforderungen aus erster Hand. Berufs- und Arbeitswelt bleiben ohne eigene Erfahrung oft vage Vorstellungen.
Der Kontakt mit Menschen in besonderen Lebenslagen schult Empathie jenseits der eigenen Altersgruppe. Der Schulalltag bringt selten unmittelbaren Kontakt zu Lebenswelten außerhalb der eigenen Generation.
Praktika außerhalb der Schule bedeuten auch eine besondere Verantwortung für die Schule selbst: Partnerbetriebe und Einrichtungen müssen sorgfältig ausgewählt, Schüler*innen fachlich und organisatorisch vorbereitet und während des Praktikums pädagogisch begleitet werden. Diese Sorgfalt ist die Voraussetzung dafür, dass Schüler*innen in ungewohnten Umgebungen sicher und mit echtem Lerngewinn arbeiten können.

Wie werden die Praktika vorbereitet und begleitet?

Jedes Praktikum wird im Unterricht sorgfältig vorbereitet: organisatorisch, inhaltlich und im Fall des Sozial- und Berufspraktikums auch im Hinblick auf die persönliche Erwartungshaltung der Schüler*innen. Für das LaWi- und das Feldmesspraktikum arbeitet die Schule mit erfahrenen Partnerbetrieben und Fachleuten zusammen, die die Schüler*innen vor Ort anleiten. Beim Berufs- und Sozialpraktikum suchen die Schüler*innen ihren Platz häufig selbst — unterstützt durch die Schule bei Fragen und organisatorischen Anforderungen. Nach dem Praktikum folgt die Auswertung: Die Schüler*innen dokumentieren ihre Erfahrungen, häufig in Form eines Praktikumsberichts, und reflektieren im Klassenverband oder in Einzelgesprächen, was sie erlebt und gelernt haben. Diese Auswertung ist ein wesentlicher Teil des pädagogischen Werts der Praktika — die Erfahrung wird nicht nur gemacht, sondern bewusst verarbeitet.

Häufige Fragen zu den Praktika

Sind alle vier Praktika für jede*n Schüler*in verpflichtend?

Ja, die vier Praktika sind fester Bestandteil des Oberstufenlehrplans und damit für alle Schüler*innen verbindlich. Sie gelten als ebenso wichtiger Teil der schulischen Bildung wie der reguläre Fachunterricht.

Wie werden die Praktikumsplätze gefunden — organisiert das die Schule oder die Schüler*innen selbst?

Das ist je nach Praktikum unterschiedlich. Für das Landwirtschafts- und das Feldmesspraktikum arbeitet die Schule mit bewährten Partnerbetrieben und Fachleuten zusammen. Beim Berufs- und beim Sozialpraktikum suchen sich die Schüler*innen ihren Platz meist selbst, entsprechend ihren eigenen Interessen — die Schule unterstützt dabei mit Beratung und organisatorischen Vorgaben.

Was passiert, wenn ein Praktikumsplatz nicht gut passt oder Schwierigkeiten auftreten?

In einem solchen Fall stehen die begleitenden Lehrkräfte als Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Sollte ein Praktikumsplatz sich als ungeeignet erweisen, wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht — bis hin zur Vermittlung eines alternativen Platzes, damit das Praktikum seinen pädagogischen Zweck erfüllen kann.

Wie fließen die Praktika in Zeugnis oder Schulabschluss ein?

Die Praktika werden im Rahmen der schulischen Rückmeldung gewürdigt, häufig auf Grundlage des von den Schüler*innen verfassten Praktikumsberichts und der anschließenden Auswertung im Unterricht. Sie sind damit fester, dokumentierter Bestandteil der Oberstufenzeit — unabhängig von den fachlichen Noten, die ab Klasse 9 zusätzlich Teil des Zeugnisses sind.

Warum vier so unterschiedliche Praktika — was ist die gemeinsame Idee dahinter?

Jedes Praktikum erschließt einen eigenen Bereich der Wirklichkeit: Natur, angewandte Wissenschaft, Arbeitswelt und soziale Verantwortung. Gemeinsam ist ihnen das Ziel, Schüler*innen Erfahrungen zu ermöglichen, die weit über den schulischen Rahmen hinausreichen — und die sie als selbstständig handelnde, verantwortungsbewusste Menschen auf das Leben nach der Schule vorbereiten.

Bereiten die Praktika auch auf Studium oder Ausbildung nach der Schule vor?

Ja, insbesondere das Berufspraktikum trägt häufig direkt zur beruflichen Orientierung bei: Viele Schüler*innen sammeln dort erste konkrete Eindrücke von einem möglichen späteren Berufsfeld. Aber auch die anderen Praktika stärken übergreifende Fähigkeiten — Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, den Umgang mit neuen Umgebungen —, die für jeden weiteren Bildungs- oder Berufsweg von Wert sind.

Die Welt außerhalb des Klassenzimmers

Landwirtschaft, Feldmessen, Beruf und Soziales — die vier Praktika der Oberstufe holen die Schüler*innen der Emil Molt Schule bewusst aus dem gewohnten schulischen Rahmen heraus und stellen sie vor reale Aufgaben und reale Verantwortung. Was dabei entsteht, ist mehr als praktische Erfahrung: ein vertieftes Verständnis dafür, wie die Welt außerhalb der Schule funktioniert — und welchen Platz man selbst darin einnehmen möchte.
Beitrag vom · EMS-Wiki

Jahresfeste

Michaeli — an staatlichen Schulen ein Tag wie jeder andere. An der Emil Molt Schule ein Fest, das den Auftakt in den Herbst bewusst gestaltet. Waldorfschulen leben den Jahreslauf bewusst mit: nicht als Aneinanderreihung gewöhnlicher Schultage, sondern als Folge von Festen, die jeweils eine eigene Qualität tragen — Mut und innere Stärke zu Michaeli, Stille im Advent, die Wiederkehr des Lichts zu Lichtmess, Aufbruch zu Ostern, den Höhepunkt des Sommers zu Johanni. Dieser Artikel erklärt, was Jahresfeste an einer Waldorfschule sind, wie sie über das Schuljahr verteilt sind und mitgestaltet werden — und warum das bewusste Erleben des Jahreslaufs pädagogisch mehr ist als hübsche Tradition.

Was bedeutet es, den Jahreslauf als Schule zu feiern?

Waldorfschulen gliedern das Schuljahr nicht nur nach Ferien und Zeugnisterminen, sondern nach einem Kreis wiederkehrender Jahresfeste. Diese Feste sind nicht religiös im konfessionellen Sinn zu verstehen, sondern kulturell und entwicklungspädagogisch: Sie markieren die großen Übergänge des Jahreslaufs — von Licht zu Dunkelheit und zurück, von Aussaat zu Ernte, von Rückzug zu Aufbruch. Jedes Fest wird von der jeweiligen Klasse oder der gesamten Schulgemeinschaft aktiv mitgestaltet: mit Liedern, Gedichten, kleinen Aufführungen, gemeinsamen Ritualen. Kinder erleben dadurch nicht nur, dass ein Datum im Kalender steht, sondern erfahren mit allen Sinnen, wie sich Licht, Temperatur, Stimmung und Natur im Verlauf des Jahres wandeln. Das ist keine Folklore, sondern gelebte Rhythmuspädagogik: So wie der Schultag selbst einem festen rhythmischen Aufbau folgt, gliedert sich auch das Schuljahr in wiederkehrende Höhepunkte, die Orientierung und Gemeinschaftserleben stiften — Woche für Woche, Fest für Fest.
„Wer den Jahreslauf bewusst erlebt, lernt: Die Zeit vergeht nicht nur — sie wandelt sich.“

Der Jahreskreis im Überblick

Über das Schuljahr verteilt begleiten mehrere Feste die Schulgemeinschaft — jedes mit einer eigenen Stimmung und eigenen Ritualen, angepasst an die Jahreszeit.

Herbst: Michaeli und Erntedank

Der Schuljahresbeginn im Herbst wird von Michaeli geprägt — einem Fest des Mutes und der inneren Stärke, das den Übergang in die dunkler werdende Jahreszeit begleitet. Erntedank rückt kurz darauf die Fülle des zu Ende gehenden Sommers und den Dank für das Erwirtschaftete in den Mittelpunkt.

Winter: Martinstag, Advent, Weihnachten, Heilige Drei Könige, Lichtmess

Mit sinkendem Tageslicht rückt die Wintersaison den Umgang mit Dunkelheit und Licht in den Mittelpunkt: Der Martinstag mit seinem Laternenumzug bringt selbst erzeugtes Licht in die dunkle Jahreszeit. Der Advent — begleitet vom Adventsgärtlein, das im Kindergarten ebenso wie in der ersten Klasse gefeiert wird, und weiteren adventlichen Ritualen in der Schule — lädt zu Stille und Besinnung ein. Weihnachten bildet den gemeinschaftlichen Höhepunkt vor den Ferien, Heilige Drei Könige markiert einen bewussten Übergang im neuen Jahr, und Lichtmess schließlich feiert die spürbare Wiederkehr des Lichts.

Frühling: Fastnacht und Ostern

Fastnacht bringt mit Humor, Verkleidung und Ausgelassenheit einen bewussten Kontrast zur winterlichen Stille. Ostern markiert darauf den Aufbruch: erwachende Natur, neues Wachstum, ein Fest des Neubeginns nach der dunklen Jahreszeit.

Sommer: Johanni

Johanni feiert den Höhepunkt des Sommers rund um die Sommersonnenwende — ein Fest der Fülle, des Lichts und der Gemeinschaft im Freien, bevor sich der Jahreskreis mit dem neuen Schuljahr und Michaeli erneut zu schließen beginnt.

Auf einen Blick: Jahresfeste

Herbst Michaeli, Erntedank
Winter Martinstag, Advent, Weihnachten, Heilige Drei Könige, Lichtmess
Frühling Fastnacht, Ostern
Sommer Johanni
Gestaltung Klassenlehrer*in, Fachkollegium und Schulgemeinschaft gemeinsam
Beteiligung Je nach Fest: einzelne Klasse, Stufe oder gesamte Schulgemeinschaft
Abgrenzung Jahresfeste folgen dem Jahreslauf; die Monatsfeier ist ein eigenes, monatliches Format

Warum Jahresfeste? — Die pädagogische Begründung

Kinder erleben Zeit zunächst nicht abstrakt, sondern über wiederkehrende, sinnlich erfahrbare Ereignisse. Ein Kalenderjahr aus reinen Terminen — Schulbeginn, Ferien, Zeugnisse — vermittelt wenig von der eigentlichen Qualität der Jahreszeiten. Jahresfeste hingegen machen den Wandel von Licht, Temperatur und Natur unmittelbar erlebbar und verbinden ihn mit Gemeinschaft, Ritual und eigener Gestaltung. Gleichzeitig schaffen die wiederkehrenden Feste ein verlässliches Gerüst, an dem sich Kinder über die Jahre orientieren können: Jedes Jahr gibt es wieder einen Martinsumzug, wieder ein Adventsgärtlein in Kindergarten und erster Klasse, wieder ein Johannifeuer. Diese Wiederkehr stiftet Vertrautheit und ein Gefühl von Kontinuität — über einzelne Schuljahre und sogar über den Wechsel der Klassenlehrer*in hinweg.
Was das bewusste Erleben des Jahreslaufs schafft Was ein reiner Terminkalender nicht vermittelt
Licht, Jahreszeit und Stimmung werden mit allen Sinnen erfahren, nicht nur benannt. Ein Datum im Kalender sagt wenig über die tatsächliche Qualität der Jahreszeit aus.
Wiederkehrende Rituale schaffen Orientierung und Vertrautheit über Jahre hinweg. Einmalige Termine bieten kaum Gelegenheit für wiederkehrende, vertiefende Erfahrung.
Gemeinsames Gestalten stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl der Klassen- und Schulgemeinschaft. Reine Ferientermine schaffen keine gemeinsame Erlebnisqualität.
Jahresfeste sind kein zusätzlicher Programmpunkt neben dem Unterricht, sondern Teil des pädagogischen Gesamtkonzepts. Ihre Gestaltung — Lieder, Sprüche, Rituale, das gemeinsame Einstudieren mit der Klasse — verlangt von Klassenlehrer*innen und Fachkollegium dieselbe sorgfältige pädagogische Vorbereitung wie der reguläre Unterricht. Die Feste sind kulturell verankert, nicht konfessionell verpflichtend, und stehen allen Kindern unabhängig von Herkunft oder Glauben offen.

Wer gestaltet die Jahresfeste?

Die Klassenlehrer*in bereitet gemeinsam mit ihrer Klasse die jeweiligen Beiträge zu den Jahresfesten vor — Lieder, Sprüche, kleine Szenen — häufig eingebettet in den rhythmischen Teil des Hauptunterrichts. Größere Feste wie Michaeli, Weihnachten oder Johanni werden von der gesamten Schulgemeinschaft getragen und von Kollegium und teilweise Eltern gemeinsam organisiert. Von den Jahresfesten zu unterscheiden ist die Monatsfeier: ein eigenes, regelmäßiges Format, bei dem einzelne Klassen der Schulgemeinschaft zeigen, woran sie gerade arbeiten — von Eurythmie-Beiträgen bis zu kleinen Vorträgen. Jahresfeste folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten, die Monatsfeier dem Rhythmus des Schuljahres selbst. Mehr zum Zusammenspiel von Klassenlehrer*in und Kollegium im Schulalltag findet sich im Wiki-Artikel zum Klassenlehrer*innen-Prinzip.

Häufige Fragen zu den Jahresfesten

Sind die Jahresfeste religiöse Veranstaltungen?

Nein, nicht im konfessionellen Sinn. Viele Feste haben historisch christliche Wurzeln, werden an der Emil Molt Schule aber kulturell und entwicklungspädagogisch gedeutet — als Stationen im Jahreslauf, die Licht, Jahreszeit und Gemeinschaft erlebbar machen. Sie stehen allen Kindern offen, unabhängig von religiöser oder kultureller Herkunft.

Nehmen alle Kinder unabhängig von Konfession oder Herkunft teil?

Ja. Die Feste sind als gemeinschaftliche, kulturelle Ereignisse gestaltet, nicht als religiöse Bekenntnishandlungen. Kinder aller Hintergründe gestalten und erleben sie gemeinsam als Teil der Schulgemeinschaft.

Was unterscheidet ein Jahresfest von der Monatsfeier?

Jahresfeste folgen dem Rhythmus der Jahreszeiten und finden zu festen Terminen im Jahreslauf statt — etwa Michaeli im Herbst oder Johanni im Sommer. Die Monatsfeier ist davon unabhängig ein regelmäßiges schulisches Format, bei dem Klassen ihre aktuelle Arbeit der Schulgemeinschaft präsentieren. Beide Formate ergänzen sich, folgen aber unterschiedlichen Rhythmen und Zwecken.

Sind Eltern bei den Jahresfesten eingeladen?

Bei vielen Festen sind Eltern herzlich willkommen, insbesondere bei den größeren, gemeinschaftlichen Feiern wie dem Martinsumzug oder dem Johannifest. Genauere Informationen zu Ablauf und Beteiligung geben die jeweilige Klassenlehrer*in oder die schulischen Ankündigungen rechtzeitig vor dem jeweiligen Termin.

Warum haben christlich geprägte Feste wie Weihnachten oder Ostern eine besondere Rolle, obwohl die Schule konfessionell offen ist?

Diese Feste sind historisch tief im mitteleuropäischen Jahreslauf verwurzelt und prägen den kulturellen Rahmen, in dem die Schule steht. An der Emil Molt Schule werden sie nicht als religiöses Bekenntnis vermittelt, sondern als kulturelle Stationen, die Licht, Jahreszeit und Gemeinschaft feiern — offen gestaltet für Kinder aller Hintergründe und ergänzt um weitere Feste wie Michaeli oder Johanni, die keinen konfessionellen Ursprung haben.

Verändert sich die Bedeutung der Jahresfeste in der Oberstufe?

Die grundsätzliche Struktur des Jahreskreises bleibt bestehen, doch die Rolle der älteren Schüler*innen verändert sich: Sie gestalten Feste zunehmend aktiv mit, übernehmen Verantwortung für Beiträge und wirken oft unterstützend bei den Feiern der jüngeren Klassen mit — ein Übergang von der teilnehmenden zur mitgestaltenden Rolle.

Ein Jahr, das man erlebt, statt es nur zu durchlaufen

Jahresfeste sind an der Emil Molt Schule kein zusätzlicher Programmpunkt, sondern gelebter Ausdruck des pädagogischen Verständnisses von Rhythmus: dass Zeit nicht nur vergeht, sondern erlebt und mitgestaltet werden will. Vom herbstlichen Michaeli bis zum sommerlichen Johanni begleitet dieser Jahreskreis die Schulgemeinschaft — getragen von Klassenlehrer*innen, Kollegium und den Kindern selbst.
Wenn Sie mehr erfahren möchten — über das Schulkonzept, über offene Stellen oder über eine Anmeldung Ihres Kindes — freuen wir uns über Ihre Nachricht.
Beitrag vom · EMS-Wiki

Fremdsprachenunterricht

An der Emil Molt Schule beginnt der Fremdsprachenunterricht nicht irgendwann, sondern vom ersten Schultag an — und gleich mit zwei Sprachen: Englisch und Französisch werden ab der ersten Klasse parallel unterrichtet, lange bevor Kinder in ihrer Muttersprache selbst lesen und schreiben können. Was zunächst ungewöhnlich klingt, folgt einem klaren pädagogischen Verständnis davon, wie kleine Kinder Sprache aufnehmen. Dieser Artikel erklärt, wie der Fremdsprachenunterricht in den ersten Schuljahren aufgebaut ist, warum zwei Sprachen von Beginn an keine Überforderung, sondern eine Chance sind — und wie sich der Unterricht mit zunehmendem Alter der Kinder verändert.

Was bedeutet Fremdsprachenunterricht ab der ersten Klasse?

Vom ersten Schultag an haben die Kinder der Emil Molt Schule regelmäßig Englisch- und Französischunterricht — in kleinen, häufigen Einheiten über die Woche verteilt, gehalten von Fachlehrer*innen mit entsprechender Sprachausbildung. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Pauken von Vokabeln oder Grammatikregeln, sondern das unmittelbare, klangliche Erleben der Sprache: Lieder, Reime, kleine Dialoge, Bewegungsspiele und Geschichten. Diese Herangehensweise folgt der Beobachtung, dass junge Kinder Sprache zunächst über das Ohr, den Klang und die Nachahmung aufnehmen — ganz so, wie sie auch ihre Muttersprache gelernt haben, lange bevor sie deren Regeln kennen. Der Unterricht setzt bewusst an dieser natürlichen Fähigkeit an, statt sie durch frühe Grammatikvermittlung zu überlagern. Mit zunehmendem Alter verändert sich der Unterricht: Schrift und Grammatik treten hinzu, formale Übungen ergänzen das mündliche Fundament, und ab der Mittelstufe wachsen die fachlichen Anforderungen kontinuierlich bis hin zu den Prüfungsformaten von MSA und Abitur. Die ersten Schuljahre legen dafür den Grundstein: ein unbefangenes, freudvolles Verhältnis zu zwei Fremdsprachen.
„Ein Kind lernt eine Sprache nicht, indem es sie erklärt bekommt, sondern indem es in ihr lebt.“

Der Aufbau des Fremdsprachenunterrichts im Überblick

Der Fremdsprachenunterricht durchläuft über die Schulzeit hinweg mehrere Phasen, die jeweils zur Entwicklungsstufe der Kinder passen. Jede Phase baut auf der vorangegangenen auf, ohne sie zu ersetzen.

Mündlich vor schriftlich

In den ersten Schuljahren steht das gesprochene Wort im Mittelpunkt. Die Kinder singen, reimen, spielen kleine Szenen nach und lernen Sprache über Rhythmus und Bewegung kennen. Schrift und formale Grammatik treten bewusst noch nicht in den Vordergrund — das mündliche Sprachgefühl soll sich zunächst ungestört entfalten können.

Übergang zu Lesen und Schreiben

Etwa ab der dritten Klasse — parallel zur wachsenden Lese- und Schreibsicherheit im Deutschen — beginnt auch in den Fremdsprachen der schrittweise Übergang zur Schriftlichkeit. Erste einfache Texte werden gelesen und geschrieben, der Wortschatz wird gezielt erweitert.

Grammatik und systematischer Aufbau

Ab der vierten und fünften Klasse kommt die systematische Grammatikvermittlung hinzu. Was zuvor intuitiv erlebt wurde, wird nun zunehmend bewusst gemacht und geordnet — auf einem soliden mündlichen Fundament, das den weiteren Fremdsprachenerwerb erleichtert.

Mittelstufe und Prüfungsvorbereitung

In der Mittel- und Oberstufe wachsen die fachlichen Anforderungen kontinuierlich: Textarbeit, Literatur, mündliche Prüfungsformate und schließlich die Vorbereitung auf MSA und Abitur. Englisch und Französisch werden durchgehend bis zum Schulabschluss weitergeführt.

Auf einen Blick: Fremdsprachenunterricht

Beginn Ab Klasse 1, mit beiden Sprachen parallel
Sprachen Englisch und Französisch
Unterrichtsform Kl. 1–2 Mündlich, klanglich: Lieder, Reime, Bewegung, kleine Dialoge
Schriftlichkeit Schrittweiser Einstieg ab Klasse 3
Grammatik Systematischer Aufbau ab Klasse 4/5
Lehrkräfte Fachlehrer*innen mit sprachlicher und pädagogischer Ausbildung
Fortführung Durchgehend bis MSA und Abitur

Warum zwei Sprachen ab der ersten Klasse? — Die pädagogische Begründung

Kleine Kinder verfügen über eine besondere Offenheit für Klang, Rhythmus und Nachahmung, die mit zunehmendem Alter abnimmt. Diese Phase nutzt die Waldorfpädagogik bewusst, um den Grundstein für zwei Fremdsprachen zugleich zu legen — nicht als zusätzliche Belastung, sondern als natürliche Erweiterung dessen, was Kinder in diesem Alter ohnehin leisten: Sprache über Klang und Wiederholung aufnehmen, lange bevor sie über sie nachdenken. Weil der Unterricht in den ersten Jahren auf Mündlichkeit statt auf Grammatik und Übersetzung setzt, entsteht kein Vergleichsdruck zwischen den Sprachen und keine Verwechslungsgefahr mit dem noch im Aufbau befindlichen Lese- und Schreibprozess im Deutschen. Die Fremdsprachen bleiben in dieser Phase eigenständige, klangliche Erfahrungswelten.
Was frühes, mündliches Lernen schafft Was spätes, grammatikbasiertes Lernen erschwert
Kinder nehmen Aussprache und Sprachmelodie in der Phase auf, in der ihr Gehör dafür am empfänglichsten ist. Ein späterer Einstieg trifft auf ein bereits stärker gefestigtes Lautsystem der Muttersprache — Aussprache wird schwerer zu verändern.
Zwei Sprachen parallel zu erleben, normalisiert Mehrsprachigkeit als etwas Selbstverständliches. Fremdsprachen werden leicht als isoliertes Schulfach statt als lebendige Sprache erlebt.
Ohne Notendruck und Vergleichslogik bleibt die Beziehung zur Sprache unbefangen und freudvoll. Früher Fokus auf Korrektheit kann Sprechhemmungen begünstigen, bevor überhaupt Sprechfreude entstanden ist.
Der frühe, mündliche Zugang zu zwei Fremdsprachen ist kein Ersatz für spätere systematische Grammatikarbeit, sondern deren Voraussetzung. Kinder, die Klang, Rhythmus und Sprachgefühl früh und unbefangen erlebt haben, bauen darauf leichter ein bewusstes, grammatisches Verständnis auf. Beide Phasen — die mündlich-klangliche und die systematisch-grammatische — ergänzen sich zu einem tragfähigen Spracherwerb bis zum Schulabschluss.

Wer unterrichtet Englisch und Französisch?

Anders als die zentralen Epochenfächer, die überwiegend von der Klassenlehrer*in getragen werden, liegt der Fremdsprachenunterricht von Beginn an in der Verantwortung eigener Fachlehrer*innen für Englisch und Französisch. Diese bringen eine fundierte sprachliche und pädagogische Ausbildung mit — ein abgeschlossenes Hochschulstudium der jeweiligen Sprache oder eine vergleichbare, abgeschlossene Qualifikation ist dabei unabdingbar, ergänzt durch waldorfpädagogische Ausbildung, etwa am Waldorfseminar Berlin. Diese fachliche Sicherheit ist gerade im frühen, mündlichen Unterricht entscheidend: Kinder übernehmen Aussprache und Sprachmelodie unmittelbar von der unterrichtenden Person. Eine souveräne, korrekte und lebendige Sprachbeherrschung der Fachlehrer*in ist daher keine Nebensache, sondern die Grundlage dafür, dass der frühe Fremdsprachenunterricht sein pädagogisches Ziel erreicht. Mehr zur Rolle der verschiedenen Lehrkräfte im Zusammenspiel mit der Klassenlehrer*in findet sich im Wiki-Artikel zum Klassenlehrer*innen-Prinzip.

Häufige Fragen zum Fremdsprachenunterricht

Ist es nicht zu viel, gleich zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse zu lernen?

In der Form, wie der Unterricht in den ersten Schuljahren gestaltet ist, überfordert das die Kinder nicht: Es geht nicht um Vokabellisten oder Grammatikpensum, sondern um Lieder, Reime und Klangerfahrung — Formen, in denen Kinder in diesem Alter ohnehin besonders aufnahmefähig sind. Die Rückmeldungen aus dem Schulalltag zeigen, dass Kinder diese frühe Mehrsprachigkeit meist mit spürbarer Freude erleben.

Lernen die Kinder von Anfang an auch Vokabeln und Grammatik?

Nicht im klassischen Sinn. In den ersten beiden Schuljahren steht das mündliche Erleben der Sprache im Vordergrund. Wortschatz entsteht dabei ganz natürlich durch Wiederholung in Liedern und Geschichten. Systematische Grammatikvermittlung setzt bewusst später ein — ab der vierten und fünften Klasse — und baut auf diesem mündlichen Fundament auf.

Was passiert, wenn ein Kind noch Unterstützung im Deutschen braucht — ist der Fremdsprachenunterricht dann nicht zusätzlich belastend?

Weil der frühe Fremdsprachenunterricht mündlich und spielerisch angelegt ist und nicht auf Lese- oder Schreibkompetenz aufbaut, steht er nicht in Konkurrenz zum Erwerb des Deutschen, sondern läuft eigenständig daneben her. Bei individuellem Unterstützungsbedarf stehen Klassenlehrer*in und Fachlehrer*innen im engen Austausch, um die Entwicklung jedes Kindes im Blick zu behalten.

Können auch Kinder mit einer anderen Familiensprache gut mithalten?

Ja. Kinder, die bereits mehrsprachig aufwachsen, bringen häufig eine besondere Offenheit für neue Sprachklänge mit. Der klanglich-mündliche Zugang der ersten Schuljahre kommt dieser Erfahrung entgegen, statt sie durch frühe Schriftlichkeit zu erschweren.

Werden Englisch und Französisch bis zum Abschluss weitergeführt?

Ja. Beide Sprachen werden durchgehend bis in die Oberstufe unterrichtet und auf die Prüfungsformate von MSA und Abitur vorbereitet. Der frühe Beginn schafft dafür über die Jahre ein solides Fundament, auf dem die fachlich wachsenden Anforderungen der höheren Klassenstufen aufbauen.

Ändert sich der Fremdsprachenunterricht in der Oberstufe?

Ja, deutlich. Ab der Mittelstufe rücken Textarbeit, Literatur, freies mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen sowie die gezielte Prüfungsvorbereitung in den Vordergrund — vergleichbar mit dem Fremdsprachenunterricht an anderen weiterführenden Schulen. Die spielerisch-klangliche Grundlage der ersten Schuljahre bleibt dabei als Sprachgefühl spürbar erhalten.

Zwei Sprachen. Ein früher Anfang. Ein Leben lang Sprachgefühl.

Englisch und Französisch ab der ersten Klasse sind kein zusätzliches Lernpensum, sondern eine gelebte pädagogische Überzeugung: dass Sprache zuerst klingt, bevor sie erklärt wird — und dass die Offenheit kleiner Kinder für neue Klänge eine kostbare, zeitlich begrenzte Gelegenheit ist. An der Emil Molt Schule wird diese Gelegenheit von Anfang an genutzt, getragen von Fachlehrer*innen mit fundierter sprachlicher und pädagogischer Ausbildung.
Wenn Sie mehr erfahren möchten — über das Schulkonzept, über offene Stellen oder über eine Anmeldung Ihres Kindes — freuen wir uns über Ihre Nachricht.